Nachdem wir erfahren hatten, das mehr als 85% der Neueinwanderer sich in unserem Bundesland Cordillera niederlassen, wurden wir neugierig und gingen der Sache nach. Als wir unseren langjährigen Freund, den Comisario Principal, Kommandant der Polizei von Cordillera "Prisciliano R. Martínez fragten, bestätigte er uns die Zahl. Seine Begründung dazu: Cordillera ist laut Statistik das mit Abstand sicherste Bundesland von ganz Paraguay!
Das lies mir keine Ruhe und so beschloss ich, die Polizei und die Staatsanwaltschaft bei ihrer Arbeit mit der Kamera zu begleiten. Die Genehmigung dazu bekamen wir ohne weiteres, ganz im Gegenteil, es ergab sich eine tolle Zusammenarbeit über einige Wochen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich dafür bedanken!
Wir sind mit den Dreharbeiten noch nicht fertig, das liegt nicht an uns, es passiert tatsächlich nicht viel in Cordillera, was die Aussage vom sichersten Bundesland beweist. Vor 2 Wochen machten wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit der Polizei von Caacupé "Dienst", von 22:00 - 3:00 Uhr. Was ist passiert? Gegen 23:30 Uhr ein versuchter Überfall von 2 Jugendlichen, der aber an der Gegenwehr des Opfers scheiterte und gegen 2:00 Uhr ein Anruf wegen Lärmbelästigung eines Nachbarn. Auf dem Parkplatz einer Pizzeria feierte eine Horde Jugendlicher ziemlich lautstark. Sie drehten ihre Autoradios , die schon mehr Tonstudios glichen, voll auf. Beim Erscheinen der Polizei war das Fest schnell beendet, zwar unter murren (auch hier ist die Polizei bei den Jugendlichen nicht gerade beliebt), aber sonst sehr friedlich, fuhren sie heim. Wenn man bedenkt, das Caacupé immerhin von Cordillera die Hauptstadt ist und ca. 46.000 Einwohner hat, so glaube ich, kann man mit diesem Ergebnis, schon zufrieden sein.
Bisher waren wir mit der Kamera dabei: Eine junge Mutter setzte ihr neugeborenes Baby aus, ein Selbstmörder wurde gefunden, ein kleiner Dieb und Rauschgiftkonsument wurde erwischt. Kontrollen von Autofahrern, eine nächtliche Aktion in Itacurubi, auch hier wurde in Zusammenarbeit von der Staatsanwaltschaft und der Polizei eine Tankstelle von etwa 100 Jugendlichen geräumt, die dort Alkohol und teilweise Drogen konsumierten. Dabei war auch die Highwaypolizei, die gleich einige Fahrer blasen lies.
Der Staatsanwalt Dr. Edgar Torales erzählte mir dabei, das die Alkoholsünder, mit einer saftigen Geldbuße, er sagte ausdrücklich, keine Geldstrafe, sondern eine Verkehrserziehungsmasnahme, rechnen müssen. Sie hatten in dieser Sommersaison 4 x eine Aktion "Verano 2007" mit Alkokontrollen durchgeführt, 2 x in San Bernardino und 2 x in Piribebuy und dabei etwa 200 Millionen Guarani (etwa 40.000 U.S. Dollar) einkassiert. Dieses Geld wird nach einer Idee vom Oberstaatsanwalt Dr. Eber Ovelar nun für Spenden in Cordillera verwendet!!! Auch dabei begleiteten wir die Staatsanwaltschaft mit der Kamera bei der Verteilung von Schulsachen, (Heften, Büchern, Blei- und Buntstiften, Zirkeln, Schulmappen) Pausenmilch ect. in besonders armen Gegenden und Schulen. Für die Feuerwehren von Cordillera wurden neue Matratzen gekauft, für die Comisaria 1 in Caacupé das Dach neu gedeckt, weil es überall rein regnete u.s.w. Diese Liste könnte man noch weiter fortsetzen, aber ich glaube, man kann schon jetzt sehen: "Unsere Polizei und Staatsanwaltschaft ist besser als ihr Ruf".