Ein volles Wochenende.
Ein volles Wochenende.
Wir drehten den Karneval in Caacupé und bei den Indianern im Chaco!
Wir drehten den Karneval in Caacupé und bei den Indianern im Chaco!
Diesmal war es ein sehr anstrengendes Wochenende. Am Freitag den 1.2. drehten wir den Karnevalszug von Caacupé, er begann um 22:00 Uhr und dauerte bis um 3:00. Er war wieder einmal restlos ausverkauft, es kamen weit über 20.000 Besucher, die von den fantasievollen geschmückten Karossen, von den leichtgeschürzten Mädchen und von der heissen Sambamusik restlos begeisstert waren. Das Publikum lieferte sich regelrechte Schaumschlachten, lies aber beim Schaumsprühen leider auch die Teilnehmer des Umzuges nicht aus und ich finde es sehr schade, wenn die schönsten Mädchen von oben bis unten voller Schaum waren. Sie brauchten sicherlich für ihr Make up einige Zeit und auch die nassen Strausenfedern verloren viel von ihrem Aussehen. Gegen 4:00 ging es endlich ins Bett, der ganze Körper voller Schmerzen, ich hatte die Kamera ja 6 Stunden auf der Schulter und es gab keine Möglichkeit sich einen Moment zu setzen, wir waren direkt auf der Piste!
Am Samstag Vormittag wurde das gefilmte Material kontrolliert, es ist Klasse geworden und bringt die Atmosphäre gut rüber. Nachmittags ging es in einem Vorort von Caacupé weiter, hier drehten wir eine Freizeitanlage für den Caacupéfilm. Am Abend ging es früh ins Bett, denn am Sonntag um 3:00 fuhren wir mit unserem Freund Erich in den Chaco, um die Guaraniindianer bei ihrer Art Karneval zu feiern, aufzunehmen!
Gegen 10:00 kamen wir in Santa Theresita bei Mcal. Estigarribia an, es begann gerade das Fest und als wir zum filmen anfangen wollten, kam die böse Überraschung. Die Guarani - Indianer verboten uns das Filmen, sie hatten die Rechte an eine Produktionsfirma verkauft! Trotz Presseausweis und trotz einem Schreiben des Präsidenten vom Indianerhilfsprogrammes der paraguayischen Regierung blieb das Verbot bestehen. Im Gegenteil, als ich einfach weiter filmte, wurde mir gedroht, das alle Indianer auf uns losgehen und die Kameras zerstören würden. Das war uns das Risiko nicht wert und so fuhren wir lieber zu den Guaranies nach Filadelfia.


Der Karneval in Caacupé.
Hier wurden wir sehr freundlich empfangen und die Filmerei war kein Problem. Das Fest "Arete Guazú" hatte gerade begonnen. Dabei handelt es sich um eine Art Karnevalsfeier vermischt mit der Kommunikation mit ihren Ahnen. Stundenlang wurde zu einer sehr monotonen Musik getanzt. Die Musikgruppe bestand hier in Filadelfia, der Hauptstadt der Mennoniten der Kolonie Fernheim, aus 5 Trommlern und 2 Flötenspielern. So langsam kamen immer mehr Maskierte zum tanzen und die Stimmung stieg gewaltig, was auch kein Wunder war. Trotz der extremen Hitze tranken die Indianer, egal ob Männlein oder Weiblein, Wein, Bier und Chicha.
Obwohl einige schon sehr angetrunken waren, wurde keiner ausfallend oder agressiv, im Gegenteil, die Musiker legten immer wieder "Sonderschichten" ein für mich. Ich möchte in nächster Zeit eine DVD mit orginaler Indianermusik und Aufnahmen verschiedener Stämme auf den Markt bringen. Leider waren hier die Masken und die ganze Art der Festes etwas primitiver als in Santa Teresita, hier sind die Guaranies ärmer, aber die Freundlichkeit mit der wir empfangen wurden, machte das leicht wett.
Am Abend gegen 20:00 sollten noch wesentlich mehr Maskierte, eine andere Musikgruppe und noch viel mehr Indianer zum Fest kommen, aber das war uns zu spät. Gegen 18:00 machten wir uns auf den Rückweg und kamen nach unserem traditionellen Stop in Buffalo Bill, gegen 24:00 wieder in Caacupé ein.
Gunter Dittmar